Von: Hannah Joachim
Organisation: Mabuhay-St.Francis of Assisi Primary Health Care Program, Inc.
Zeitraum: 18.02.2024 -17.03.2024
Famulatur in der Mabuhay St. Francis Assisi Clinic in Bugko, Nothern Samar, Philippinen
Besonders angesprochen hat uns das Projekt, weil die Klinik in Bugko ganzheitlich Medizin und Hilfe anbietet. Empfangen wurden wir am ersten Tag von Sister Sabine und Sister Veronica, die die Klinik ins Leben gerufen haben. Diese bietet sowohl einen allgemeinmedizinischen Teil (Untersuchungsraum, OP, Labor, Apotheke, Röntgen…), ein Programm für Senioren, einen Spiel- und Basketballplatz zur Beschäftigung für Kinder und Jugendliche, einen Kräutergarten, als auch 2 zahnmedizinische Behandlungseinheiten. Die Klinik ist katholisch geprägt, weshalb Tischgebete zur Tagesordnung gehören und man sich auch sonst an kirchlichen Aktivitäten, wie zum Bespiel dem Sonntagsgottesdienst in der örtlichen Kirche beteiligen kann.
Die Zusage für die Famulatur an dieser Klinik bekamen 3 von 4 Famulantinnen bereits 1 Jahr vorher und konnten dementsprechend frühzeitig mit der Reiseplanung beginnen.
Die Vorbereitungen beinhalteten Spenden sammeln, Flüge buchen (ca. 3-4 Monate im Voraus), Impfstatus abklären sowie Informationen über Land und Leute sammeln.
Eine Famulantin von uns bekam aufgrund einer Absage erst 2 Monate vor Beginn der Famulatur die Zusage, was aber auch kein Problem bezüglich der Planungen darstellte. Bei der Reisevorbereitung war Dr. Georg Lindner eine sehr große Hilfe, da er immer zu erreichen war und auch ein sehr strukturiertes Dokument mit vielen Informationen zur Verfügung
gestellt hat. Für die Einreise reicht das kostenlose Visa on arrival, welches man am Flughafen bekommt und 30 Tage gültig ist.
Wenn man vorhat, die Philippinen über den Zeitraum der Famulatur hinaus zu erkunden, kann man eine Verlängerung auf 59 Tage (ca. 50€) beantragen, wofür man nach Calbayog in das Immigration Field Office fahren muss. Im Vornherein überweist man der Klinik 15€ pro Tag (ca. 390€ insgesamt), so dass man auf dem Klinikgelände wohnen und essen kann.
Untergebracht ist man in sehr gut ausgestatteten und großzügig geschnittenen Appartements mit Gemeinschaftsraum, Klimaanlage,
Balkon und Blick in die Palmen. Um das Frühstück haben wir uns selbst gekümmert und uns dafür in Catarman mit Haferflocken, frischem Obst und Toast eingedeckt.
Mittags und Abends wird hier von Elsa gekocht, die uns immer mit leckeren Reisgerichten, Omelette, Gemüse und Obst versorgt hat. Anreisetag ist immer ein Sonntag, sodass man genug Zeit hat, um alles zu erkunden und sich kennenzulernen. Schnell stellte sich Routine und Alltag ein, behandelt wird in der Regel von Montag bis Freitag von 8-16 Uhr, Mittwochs nur bis 12 Uhr. Wir haben komplett eigenständig in Zweier-Teams behandelt, uns mit Assistenz und Behandeln abgewechselt und uns gegenseitig zum
Beispiel bei komplizierten Wurzelresten unter die Arme gegriffen. Das Patientenaufkommen gestaltete sich als sehr unterschiedlich, sodass wir auch manchmal mit einem frühen Feierabend belohnt wurden. Das Behandlungsspektrum erstreckt sich von Extraktionen über Füllungen bis hin zu Wurzelkanal- und Parodontitis-Behandlungen.
Allerdings müssen die Patient*innen für die Behandlungen einengewissen Betrag zahlen, welcher aber sehr viel niedriger ist, als in den umliegenden Kliniken. Trotzdem ist es so, dass Extraktionen am wenigsten kosten, Wurzelkanalbehandlungen am meisten, weshalb sich viele Leute oftmals für eine Extraktion eines durchaus erhaltungswürdigen Zahnes entschieden haben. Aufgrund der Armut mussten wir Patient*innen mit bestehendem Behandlungsbedarf oft nach Hause schicken, weil sie sich eine
nachfolgende Behandlung nicht leisten konnten. Auch mit Stromausfall, nicht vorhandenen Materialien (v.a. in Bezug auf Endo) und Kommunikationsproblemen wurden wir ab und an konfrontiert. Im Allgemeinen kann man aber sagen, dass wir von Maria und Bigit (Zahnarzthelferinnen), Dr. Georg Lindner und weiteren Mitarbeiter*innen vor Ort unterstützt wurden, damit wir uns hauptsächlich auf die zahnärztlichen Tätigkeiten konzentrieren konnten. Unsere Patient*innen, ob jung oder alt, waren immer sehr dankbar und freundlich, dass Ihnen geholfen werden konnte, wodurch das Behandeln sehr viel Spaß gemacht hat. Nach der Behandlung haben wir im klinikeigenen Pool entspannen
können, Strandspaziergänge gemacht, UNO Runden gespielt oder gelesen. Wenn früher Feierabend gemacht werden konnte, sind wir auch mal in
die größere Stadt (Catarman) gefahren, wo es einen größeren Supermarkt und Markt gibt.
Auch am White Beach, Clear Water oder Miko Miko Beach, konnte man die Nachmittage sehr gut ausklingen lassen. An den Wochenenden haben wir gerne Ausflüge nach Laoang, Biri & San Antonio gemacht, was wir auch wirklich sehr empfehlen können. Die Philippinen bieten wunderschöne Natur, sehr freundliche, offenherzige, immer hilfsbereite Menschen und eine spannende Kultur. Über eine Famulatur lernt man die Menschen und deren Kultur im wahrsten Sinne des Wortes hautnah kennen, was wirklich eine tolle Art
ist, um ein Land und deren Bewohner zu ,erkunden’. Auch wenn Samar keine typische Touristeninsel ist, bietet die Insel wunderschöne Strände, die man dann auch für sich alleine hat bzw mit den Einheimischen teilt, die vor allem am Wochenende Ausflüge an den Strand machen, um dort mit Karaoke und Essen Geburtstage oder
ähnliches zu feiern. Wir können eine Famulatur in der Mabuhay St. Francis of Assisi Klinik auf Samar wirklich sehr empfehlen und können uns sehr gut vorstellen, nach
dem Examen nochmal wieder zu kommen. Ein herzliches Dankeschön geht an alle Mitwirkenden des Projektes, vor allem an Dr. Georg Lindner, seine Frau Evelyn, Sister Sabine und Sister Veronika.
Zudem sprechen wir ein großes Dankeschön an unsere Sponsoren
Meisinger, Dentalbauer und Dürrdental aus.
